Fasching – Hexenzunft Bühl (Baden)

Lesedauer 5 Minuten

Mit dem Narrenruf: ? ? ? „Oho!“ dann Prost ? ? und los geht es …

Die meisten Hexen tragen Strohschuhe, Ringelsocken, weiße Bauernunterwäsche, einen Rock und eine Jacke. Alle Kostüme sehr aufwändig und vielfältig hergestellt. Wenig sehr wenig Motivwagen  ?

Bilder – Fastnacht – Bühl Baden

Geschichte : Hexenzunft in Bühl

1514 wurde der Bau der alten Bühler Pfarrkirche St. Peter und Paul, welche seit 1880 als Rathaus dient, begonnen; dieser Bau wurde 1524 vollendet. Zu dieser Zeit wütete die Hexenverfolgungen 1546 bis 1661 wurden in Bühl. Infolgedessen wurden 141 Personen in sogenannten Hexenprozessen angeklagt, 33 Verfahren endeten mit einer Hinrichtung.

Gezählt wurden in der Zeit vom 3.Oktober 1628 bis zum 13.Oktober 1629, im Amte Bühl 27 Frauen, davon 5 aus Bühlertal, die nach Folter zum Feuertode verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannten.

Hexenmerkmale wie Hinkebein, Warzen, Muttermale, Klumpfuß, extreme Hässlichkeit, oder ebenso außerordentliche Schönheit, aber auch Unglück im Stalle, Krankheit in der Familie, Unwetter und Gleiches, machten leichtes Spiel daraus, in den Verdacht der Hexerei zu geraten. Wurde einmal ein Verdacht gehegt, folgte bei Nacht die Festnahme, Verhandlung und das Malefizgericht trat in Funktion. Der gütlicher Befragung, die natürlich keinen Erfolg hatte, folgte Folter in immer steigenden Maße bis hin zum Geständnis. Nach Beendigung der Geständnisse unter Folter, wurden die Aussagen in Gegenwart von sieben Ortsbürgern vorgelesen. Diese bestätigt dann das Urteil, der sichere Tod auf dem Scheiterhaufen, verkündet.

Die Geständigen gaben zu, ein Bündnis mit dem Teufel begangen zu haben, ebenso Schadenszuführung für Mensch und Tier, böses Wetter gemacht zu haben, Missbrauch des heiligen Abendmahles und dergleichen.

Oft waren nach Ansicht der Leute damals die Hexen daran Schuld, dass das von Ihnen gemachte Wetter den ganzen Herbst vernichtete.

Einer Legende nach hielt der Teufel in der Nacht zum 1.Mai besonders Hofe. Die Hexen ritten in dieser Nacht – Walpurgisnacht – auf Besen und Böcken zum Teufel, um ihm auf seinem Throne zu huldigen. Sie umtanzten ihn und küssten ihn auf die Fortsetzung seines Rückgrates. Sie empfingen dann ihre Hexenmahlzeit und zogen sich zusammen mit Buhlteufeln in den Wald zurück. Erst im Morgengrauen ritten sie wieder heimwerts.

Geschichte – Fastnachthexe

Der Ursprung der Fastnachtshexe ist bisher nicht zureichend geklärt. Vorläufer der heutigen Hexenfiguren sind schon aus dem Mittelalter überliefert: Männer in Frauenkleidern, die nach dem Motto Verkehrte Welt kostümiert waren. Die älteste erhaltene Maske einer Hexenfigur stammt aus Tirol (alte Hexenmutterlarve); sie wird ins 18. Jahrhundert datiert. In der Tiroler Fasnacht gibt es noch heute Hexenfiguren, etwa beim Imster Schemenlaufen. Im 19. Jahrhundert wird die Furtwanger Hexe als eine traditionelle Fastnachtsfigur beschrieben, ebenso in weiteren Orten. Diese Hexen waren meist Figuren der unorganisierten bäuerlichen Fasnet, zu deren Handwerk neben dem Besenumtrieb auch das Rußeln gehören konnte, wie es heute noch von Rußhexen in Empfingen ausgeführt wird.

Als älteste Fastnachtshexen der schwäbisch-alemannischen Fastnacht mit den heute üblichen Holzmasken gelten zwei Figuren aus der Ortenau – die Offenburger Hexe und die Gengenbacher Hexe, sowie die Löffinger Hexe aus dem Hochschwarzwald, die dort jeweils Mitte der 1930er Jahre eingeführt wurden.

Hexenfiguren sind, wohl aufgrund ihres wenig reglementiert erscheinenden, wilden Verhaltens bei Narrensprüngen, bei den Narren und beim Publikum gleichermaßen beliebt und haben sich von der Ortenau in das gesamte Verbreitungsgebiet der schwäbisch-alemannischen Fastnacht ausgebreitet und in Hexenzünften organisiert. Sie sind mittlerweile in allen anderen Regionen zu finden, weniger jedoch in den besonders traditionsbewussten Hochburgen (etwa bei den Vereinen des Viererbunds).

Narrendenkmal „Hexeneck“ in Obernheim

Die Fastnachtshexenfiguren heutiger Prägung gehen wohl auf die aus Märchen bekannten Hexen zurück. Von den Hexengilden wird häufig auch auf eine lokale Überlieferung von Ereignissen der frühneuzeitlichen Hexenverfolgung verwiesen. Als Anregung für die Namen und die Gestaltung der Figuren wird gerne auf überlieferte lokale Sonderlinge und Originale zurückgegriffen, im Zollernalbkreis hingegen auf historische Hexenprozesse. Die 1939 gegründete Hexenzunft Obernheim e. V. (Narrenruf: „Oho!“) greift eine Hinrichtung auf, die Murschel-Hexen hingegen beziehen sich auf einen Freispruch.

Kostüme

Die meisten Hexen tragen Strohschuhe, Ringelsocken, weiße Bauernunterwäsche, einen Rock und eine Jacke. Ebenso wird die Figur von einer Holzmaske abgeschlossen. In einzelnen Fällen wird das Gesicht auch angemalt oder mit einer Draht- oder Stofflarve (-maske) verhüllt. Dazu trägt die Hexe einen Besen.

Abgrenzung : Schwäbisch-alemannische und rheinländische Fastnacht

Als schwäbisch-alemannische Fastnacht wird die Fastnacht im südwestdeutschen Raum und Teilen der Nordost- und Zentralschweiz bezeichnet. Dort heißt sie in der Regel Fasnad, Fasnet, Fasnacht oder Fasent. Sie grenzt sich vom rheinischen Karneval ab, ist jedoch erst seit dem ersten Viertel des 20. Jahrhunderts als eigenständige Form etabliert. Während der Karneval im 18. Jahrhundert eine neue Form der Fastnacht entwickelte und auch die schwäbisch-alemannische Fastnachtslandschaft darauf einschwenkte, besann sie sich im 20. Jahrhundert auf ihre Traditionen der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Fastnacht.

Charakteristisch ist die Vermummung der Teilnehmer mit „Larven“ oder auch „Schemen“ (Masken), die meist aus Holz, in Ausnahmefällen auch aus Stoff, Papier, Ton, Blech oder Draht (sog. Drahtgaze) bestehen. Die Kostümträger (in schwäbisch-alemannischen Gebieten Narrenhästräger) wechseln ihre Verkleidung (Häs) nicht von Jahr zu Jahr, sondern behalten sie immer bei. In manchen Gegenden ist es sogar üblich, sie über Generationen zu vererben. Die Rheinländische Fastnacht besitzt eindeutig mehr ? Motivwagen, die Geschehnis/ Misstände der Gegenwart aufzeigen. Hier wird meist die Motivation zur Fastnacht nur vererbt 🙂

Die schwäbisch-alemannische Fastnacht wurde im Dezember 2014 in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes im Sinne des Übereinkommens zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen.

Karneval, Fastnacht und Fasching

Als Karneval, Fastnacht, Fassenacht, Fasnacht, Fasnet, Fasching, Fastabend, Fastelovend, Fasteleer oder fünfte Jahreszeit bezeichnet man die Bräuche, mit denen die Zeit vor der vierzigtägigen Fastenzeit ausgelassen gefeiert wird. Die Fastenzeit beginnt mit dem Aschermittwoch und dient der Vorbereitung auf das Osterfest.

Der Karneval wird sehr unterschiedlich begangen: Karnevalsumzüge, Musik, Masken und das Verkleiden spielen eine Rolle. Eine ganz eigenständige Vitalität entwickelte der Karneval in Lateinamerika, etwa beim Karneval von Oruro oder dem Karneval in Rio. Bekannt sind auch der Karneval in Venedig, in Kanada der Karneval von Québec, der Mittfasten-Karneval am Sonntag Laetare in Stavelot und anderen Orten der belgischen Ostkantone sowie in Spanien der Karneval von Santa Cruz de Tenerife und der Karneval in Cádiz. Auch in den Südstaaten der Vereinigten Staaten gibt es eine ausgeprägte Karnevalstradition. Man verwendet etwa in New Orleans die französische Bezeichnung Mardi Gras (Fetter Dienstag, Fastnachtsdienstag). Der Karneval in Namibia findet an verschiedenen Orten des Landes statt und hat keinen zeitlichen Bezug zur Fastenzeit mehr. Im deutschen Sprachraum sind „Hochburgen“ das Rheinland und die schwäbisch-alemannische Fastnacht.

Quelle: eigene  Texte und 02/2020 Wikipedia.

 

 


🍅
TomTomate.de
2018-2023

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.